Für Christine

Heinz Kahlau

Du legst in meine Hand dein winziges Gesicht. Warm, blaß und jung.

Und deine Augen, die noch alles anschaun müssen, weil sie von allem viel zu wenig wissen, und dein vertrauensvoller kleiner Mund, noch unversehrt von Bitternis und Küssen, sind jetzt so still, dass mich ein Schreck durchsticht.

Du legst in meine Hand dein winziges Gesicht. Du schaust mich an.

Nein, so erwachsen bin ich nicht, dass ich dir darauf Antwort geben kann, wann unsre Welt so warm wie meine Hände ist.

(erschienen 1961)

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