Reime, Verse, Gedichte…

Der Storch 

Heinrich Hoffmann v. Fallersleben

Habt ihr noch nicht vernommen?

Am Dache sitzt er schon!

Der Storch ist heimgekommen;

hört doch den frohen Ton.

Klapperdiklapp, klapperdiklapp, klapper nur,

klapper du, immerzu.

 

–> Bei diesem Gedicht ist die Textzeile „…klapperdiklapp…“ zu beachten. Die Lautverbindung – kl -ist für Kinder eine gute kinästhetische Sprechübung.

 

Drachenlied

Erdmute Freitag

Flieg, mein Drachen, fliege auf zum Himmelsdach!
Fliege hoch und segle schnellen Wolken nach.
Tanz, mein Drachen, tanze, dreh‘ im Winde dich!
Bunte Blätter wirbeln und begleiten dich.
Steig, mein Drachen, steige in die Luft hinaus!
Siehst so hoch dort oben wie ein Vogel aus.
Grüß, mein Drachen, Schwalben, die vorm Winter fliehn!
Sollen nicht vergessen, wieder heimzuziehn.

 

Der Bratapfel

Fritz und Emilie Köbel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet.
Hört, wie’s knallt und zischt,
bald wird aufgetischt
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel,
sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel.

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

–> Auch in diesem Gedicht gibt es viele Wörter, die schwere Lautverbindungen beinhalten. Es eignet sich daher gut für kinästhetische Sprechübungen. 

 

Winter willkommen

Adolf Holst

Hinten im Garten, seht, welche Pracht,
haben wir uns einen Schneemann gemacht,
Hat eine Kappe bis über die Ohren,
Und seine Nase ist knallrot gefroren.
Er hat keine Beine, keinen Arm,
aber er lacht, denn sein Schneepelz hält warm.

Weiß ist der Garten, wohin ich auch seh‘
Winter, willkommen mit Eis und mit Schnee.
Vöglein, ihr kleinen, auch ihr sollt euch freun,
Körner und Krümel wollen wir streun.
Schneit’s auch noch toller um Hecken und Höhn,
Heißa-Juchhei! Auch der Winter ist schön.

–> Nicht gerade mehr in Hamburg einsetztbar 😀 wir hatten diesen Winter gerade mal an zwei Tagen Flockenwirbel…und nichts blieb liegen…aber wo es hinpasst…

 

Fasching im Kindergarten

Hanna Künzel

Omas alter Hut ist weg mit der grünen Schleife,
Opa sucht seit gestern schon seine lange Pfeife.
Muttis Kittelschürze fehlt, Tante sucht die Brille,
Lutz, im Kinderzimmer ist recht verdächtig stille.
Was das zu bedeuten hat? Das Faschingsfest ist nah!
Und wenn Lutz gefeiert hat, ist alles wieder da.

–> Die Idee in dem Gedicht ist lustig… Den Begriff „Kittelschürze“ kennen Kinder heute sicher kaum noch, doch das Wort Küchenschürze würde gehen. Pfeife rauchende Opas dürften für die meisten Kinder heut unbekannt sein 🙂 also ein neues Wort gesucht und eingesetzt. Ich glaube, dass es vertretbar ist, Textpassagen der heutigen Zeit anzupassen, wenn es sich nicht gerade um Klassiker handelt, wie in den folgenden Gedichten… 

 

Rotkehlchen

Wilhelm Busch

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft, wipp, wipp
Hat sich ein Beerlein abgezupft, knipp, knipp
Lässt sich zum klaren Bach hernieder
tunkt’s Schnäblein ein und hebt es wieder,
stipp, stipp, stipp, stipp
und schwingt sich wieder in den Flieder.
Es singt und piepst ganz allerliebst,
zipp, zipp, zipp, zipp, tirili,
sich seine Abendmelodie
steckt’s Köpfchen dann ins Federkleid
und schlummert bis zur Morgenzeit.

–> Hier sehe ich eine Schattenspiel-Möglichkeit. Das Vöglein hat einen beweglichen Kopf, der durch einen schmalen Stock geführt wird, ebenfalls der Körper. So kann man das Trinken, oder das Köpfchen ins Federkleid stecken, nachahmen.

 

Die fünf Hühnerchen

Victor Blüthgen

Ich war mal auf dem Dorfe,
da gab es einen Sturm,
da zankten sich fünf Hühnerchen
um einen Regenwurm.

Und als kein Wurm mehr war zu sehn,
da sagten alle: „Piep!“
Da hatten sich die Hühnerchen
Einander wieder lieb.

–> einfach nur lustig und sicher bei kleinen Streitereien mit Augenzwinkern einsetzbar.

 

Schulanfang

Elfriede Mund

Nun darf ich alle Tage,
wie Klaus zur Schule gehn,
bekomme einen Ranzen
aus Leder, braun und schön.

Ich übe buchstabieren,
so fängt das Lernen an,
damit ich bald, wie Vati,
die Zeitung lesen kann.

–> …aus Leder, braun und schön… das passt gut zu unserem  Kita-Projekt: Kindheit gestern und heute

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