Kita-Projekt: Abenteuer Wald…

…und eigentlich war ich schon im Herbst mittendrin, obwohl das Projekt erst Ende Februar beginnen sollte.

„Der Baum, auf dem das Eichhörnchen wohnt“

Diesem Thema ging voraus, sich mit der Lebensweise der Eichhörnchen zu beschäftigen.

Auf dem Gelände unserer Kita stehen mehrere hohe Eichen und wir können gut dem lustigen Treiben der zierlichen Eichkatzen zusehen, wie sie sich necken, sich hinterherlaufen, Nüsse aus der Futterstation holen und knabbernd auf dem Baum sitzen…

…und natürlich haben wir das Eichhörnchenfell straffiert und viele davon auf den Baum klettern lassen…

Als das Laub von den Bäumen gefallen war, entdeckten wir zwei Nester. Oder sind das etwa Kobel? Gut möglich, denn alle Zweige waren gut ineinander gesteckt. Das wäre fantastisch, haben wir doch gelesen, dass sich die Weibchen zwei Kobel in der Nähe bauen, um bei Gefahr ihren Nachwuchs zu schützen. Was wir jetzt benötigen, sind ein Fernglas, ein Fotoapparat und etwas Forscher-Glück… ☝ Es waren keine Kobel – stattdessen haben sich Krähen im Frühling eines der Geflechte erneuert und sich darin eingenistet. Aber auch diesem Treiben zuzusehen war interessant. 🙂 Letztendlich führte uns ein Eichhörnchen zu seinem Winterquartier, in das im Frühling Familie Kleiber einzog.

Schauen wir uns nun den Baum genau an. Welche Teile hat er? Wo befinden sich die Wurzeln? Wie dick ist der Stamm? Fühlt sich Rinde glatt oder rau an? Und hat jeder Baum die gleiche Rinde? Wie wachsen die Äste aus dem Stamm heraus? Sind sie genau so dick wie der Stamm? Und wie nennt man die kleinen Stöckchen an den Ästen? Und die Zweige ganz oben im Baum nennt man wie? Baumkrone!

Malen wir einen Baum und nutzen dafür Breit- und Rundpinsel, um die verschiedenen Stärken von Stamm, Ästen und Zweigen hinzubekommen. Und mischen wir uns die Farbe Braun…

„Viele Bäume sind ein Wald“

Nun werden all die gemalten Bäume ausgeschnitten und zu einem Wald geklebt. Die Blätter sind längst vom Wind gepflückt und liegen auf dem Waldboden. Und was macht der Igel? Er sammelt die Blätter, um sich einen Unterschlupf für den Winterschlaf zu bauen …und bald sehen wir ihn eingerollt unter dem Laub schlafen.

Doch was mit einem Baum passiert, wenn er abstirbt, das verfolgen wir schon länger. Das Pilzwachstum zeigt das Absterben des Baumes deutlich an. Woher wir das wissen? Wir haben uns gute Literatur besorgt…

Peter Wohlleben „Hörst du Wie die Bäume sprechen“ – Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald. Dieses Buch bekommt von mir 👍👍👍👍👍 Daumen hoch 😀 denn gespickt mit kleinen Waldaufgaben und ganz viel Interessantem zum Wald – und ihr könnt mir glauben, nicht nur für die Kids, ist es eine Wissensfundgrube zum Thema.

Aber auch andere Bücher waren interessant und luden immer wieder zum Nachschlagen ein:

20.11.2020 Bundesweiter Vorlesetag

Eine Geschichte vom Wald sollte es sein und so entschied ich mich für „Rotkäppchen“, ein Märchen der Brüder Grimm.

Wie beginnen Märchen? „Es war einmal….“

Und wie enden sie ? „…und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.“

In Märchen passiert so allerlei Spannendes, Zauberhaftes, Gruseliges 😀 doch es sind Märchen und wir wissen, Märchen enden gut.

Einbezogen in die Geschichte machte es den Kindern riesigen Spaß, bis… Klar! …bis der Jäger dem Wolf den Bauch aufschneidet… Doch vorsorglich habe ich die Kinder im Erzählen auf die Tatsache hingewiesen, dass der Wolf in seiner Gier die Großmutter wie das Rotkäppchen im Ganzen verschluckte. Und wie nun der Jäger das Zappeln im Bauch bemerkte, war den Kindern klar, Großmutter und Rotkäppchen leben noch. Sie freuten sich, als beide gerettet wurden.

Doch was war mit dem Wolf, der ja eigentlich kein böses Tier ist, sondern sich scheu verstecken würde, wenn er Menschen im Wald hört, fragte jemand. Dieses erfreuliche Wissen der heutigen Kinder machte es mir leicht, ein wenig vom Hintergrund des Märchens zu erzählen… Früher gab es Räuber im Wald, jedes Kind kennt den Räuber Hotzenplotz. Klar! Rotkäppchen wurde vor den Räubern gewarnt, doch das sprach die Mutter nicht so direkt aus. Sie wollte dem Mädchen ja keine Angst machen, ihre Großmutter zu besuchen. Deshalb warnte sie Rotkäppchen, nicht vom Weg abzugehen. Das verstanden die Kinder sehr gut. Für sie waren damit alle Fragen beantwortet. Und mit der Motivation, Rotkäppchen, Großmutter, Jäger, Wolf und die Mutter als Handpuppen zu bauen, waren die letzten erschrockenen Blicke weg. Denn die Kinder spielten seit einiger Zeit sehr gern mit Handpuppen und freuten sich nun auf Zuwachs…

Eine weitere Geschichte fand ich in einem alten Kita-Buch. Es ist eine Abwandlung eines alten Märchens, doch passt sie vortrefflich ins Thema Wald, da viele einheimische Tiere darin vorkommen.

Während nun das Projekt, langsam in Fahrt kam, wurde ich neugierig, wie andere Gruppen das Thema „Abenteuer Wald“ erarbeiten. In den Krippengruppen wurden Tiere in den Fokus gesetzt. Schöne Ausstellungen zeigen die Ergebnisse der Arbeit.

In einer Gruppe wurde ein Baum als Ideen-Speicher mit den Kindern gestaltet und eine andere Gruppe vergnügte sich zu verschiedenen Jahreszeiten im Wald und gestaltete ihren Gruppenraum mit selbst gefertigten Figuren aus Gips und Farbe.

„Der Märchenwald ist doch auch ein Wald“, dachte sich eine Gruppe. Und so kennen nun die Kinder dieser Gruppe viele Märchen, die sie kreativ umsetzten.

Meine Gruppe kam durch eine kleine Samentüte „Feuerbohnen“ auf ihre Wald-Idee. Ähneln nicht die rankenden Bohnen Lianen? Und kaum hatte ich diesen Gedanken ausgesprochen, schoss das Wissen darüber aus den Kindern heraus. Und es stand schnell fest, wir gehen in den Regenwald…

Das Projekt ist beendet. Es hat allen Spaß bereitet und viel neues Wissen gebracht 😀 Ein großes Sommerfest konnten wir in diesem Jahr pandemiebedingt nicht durchführen, doch kleine gruppeninterne Feste erfreuten auch.

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